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Geschichte vom Hockey in Görlitz

Im Jahr 1920 wurde in Görlitz beim Turn- und Sport-Club begonnen, Hockey zu spielen. Drei Jahre später gründete sich der Hockey-Club Görlitz. Beide Clubs vereinigten sich im Jahr 1933 zum SC Rot-Weiß Görlitz. Gespielt wurde in jenen Jahren auf dem Schenkendorffplatz. Erstes Hockeygroßereignis war im Jahr 1936 ein Spiel der Rot-Weißen gegen die Nationalmannschaft von Afghanistan, welches die Görlitzer Mannschaft mit 2:0 gewann. Diese Begegnung diente der Vorbereitung der afghanischen Spieler auf das Olympische Hockeyturnier in Berlin, wo sie am Ende Platz 6 belegten.

Mitgliedskarte von 1925
In den folgenden Jahren bis 1944 wurde Rot-Weiß Görlitz mehrfach schlesischer Meister. Bekannte Spieler der damaligen Zeit waren Horst Liebig, Werner Franke, Hans Rothe, Rudi Hebestreit, Walter Donner, Egon Rechenberg und Walter Szmais. Wegen der Kriegsereignisse ruhte Hockey dann ab 1944 vollständig.
Nach Ende des II. Weltkrieges kam es im Jahr 1946 unter der Leitung von Walter Szmais zum Neubeginn bei Energie Görlitz. 1950 erfolgte der Wechsel zu einem anderen Trägerbetrieb, und der neue Name lautete nun "Motor Görlitz". Die Spieler waren fast die gleichen wie vor dem Kriegsende, dazugekommen waren aber Hans Szmais und Dieter Volpert. Wenig später formte der Trainer Alfred Linke eine hervorragende Mannschaft der männlichen Jugend, u.a. mit den Aktiven Günter und Helmut Herrmann, Horst Fobe, Hubert Linke, Walter Kretschmer und Eberhard Baumgart.
Quelle: StadtBild Nr. 132 S. 26
Im Jahre 1963 gingen für den Hockeysport in Görlitz die Lichter wieder aus. Für unsere Sportart gab es keinen geeigneten Platz, denn in der Stadthalle durften keine Hallenturniere mehr ausgetragen werden. Trotzdem konnten die Görlitzer mit ihrer Herrenmannschaft noch in der 1. Liga spielen. Aber in unserer Stadt wurde es nun leider ruhig um den Hockeysport. 1968 wurde der Görlitzer Wolfgang Köhring in den Bezirksausschuss Hockey von Dresden gewählt und leitete dessen Finanzkommission. Vier Jahre später übernahm er die Leitung des BFA Dresden, und der bisherige Vorsitzende Walter Galkowski verwaltete bis zu seinem Ausscheiden im Jahr 1976 die Finanzen. Zwischenzeitlich versuchte Wolfgang Köhring immer wieder, den Hockeysport in Görlitz zu neuem Leben zu erwecken. Aber es scheiterte stets an Kleinigkeiten ... ein fehlender Platz, verschwundene Hockeytore und –tornetze.

Schließlich kam der Durchbruch. Auf Empfehlung des Vorsitzenden des DTSB-Kreisvorstandes Helmut Walter meldeten sich die Hockeyspieler bei der BSG Post Görlitz an. Sie wurden freundlich von der BSG-Leitung und dem Vorsitzenden Jürgen Möhle empfangen. Es waren 13 nicht mehr ganz junge Görlitzer Hockeyspieler, die dann auch ohne Training im Februar 1979 Vizemeister bei den Senioren im Bezirk Dresden wurden. Nachdem sie eine Trainingsstunde pro Woche in der Ulber-Sporthalle erhalten hatten, wurden sie im Jahr 1980 Bezirksmeister in der gleichen Altersklasse.

Im Mai 1979 erhielten wir – vermutlich als kleinste Hockeysektion im DHSV – den Auftrag, die 30. DDR-Meisterschaften im Hallenhockey für die Damen, die weibliche und männliche Jugend sowie die Meisterschaftsrevanche der Herren – das DHSV-Pokalturnier – auszurichten. Die Veranstaltung am 22. und 23. Februar 1980 wurde ein voller Erfolg.

Diese und auch weitere Veranstaltungen auf nationaler und dann auch auf internationaler Ebene wurden vom damaligen Stadtrat Wolfgang Michel, verantwortlich für Jugendfragen und Sport, tatkräftig unterstützt. Auch Jürgen Möhle, der Leiter der BSG Post, brachte immer seine langjährigen Erfahrungen ein.

Nach der Gründung des Sächsischen Hockeyverbandes wurde Wolfgang Köhring einer der beiden Vizepräsidenten des SHV. In den Herbstferien 1996 fanden in Görlitz erstmals Hockeyfestspiele für alle Kindertages- und Horteinrichtungen statt. Im Mai 2000 konnte die Jahnsporthalle mit 500 Zuschauerplätzen eingeweiht werden, die traditionsreiche Ulber-Sporthalle schloss bald danach und wurde im Jahr 2006 ganz abgerissen.

In den nächsten Jahren gewann das Landskron-Holzkistenturnier immer mehr an Bedeutung und wurde im März 2007 bereits zum 21. Mal ausgetragen. Gesucht wurde dabei der Schütze oder die Schützin des 2.300. Tores. Ebenfalls im Jahr 2007 wurde erstmals der Toyota-Pokal für Herrenmannschaften ausgespielt. Dafür und für die gute Zusammenarbeit gilt dem Autohaus Mühlmann besonderer Dank. Ab 2008 wurde dann dieser Pokal auch für Damenmannschaften ausgespielt und mit einem großen Sportlerball gefeiert.

Seit 2007 leitet Bernd Hensel die Abteilung. Das Traditionsturnier um die „Holzkisten“ der Damen und Herren wurde weitergeführt und fand im Jahr 2016 bereits zum 30. mal statt. Seit den letzten Jahren mit bis zu 11 Mannschaften. Traditionell immer dabei sind die Mannschaften aus Bautzen und Leipzig. Die letzten Jahre nahm auch wieder eine eigene Görlitzer Mannschaft teil.

Quelle: Säschische Zeitung 04.12.2009

Durch die besseren Trainingsbedingungen, Kunstrasenplatz auf der Eiswiese und Trainingszeit in der Jahnsporthalle, nahmen die Görlitzer in den unterschiedlichsten Altersklassen am Spielbetrieb des Mitteldeutschen Hockeyverband teil.

Wilfried Stalling engagierte sich bei der Gewinnung neuer Mitglieder. Durch seinen Tatendrang stieg die Anzahl der Kinder im Jahr 2017 auf ca. 30.

Seit dem Jahr 2012 veranstaltet die Abteilung einmal jährlich ein gemeinsames Hockeyfest mit allen Mitgliedern und den Eltern auf der Eiswiese.